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Wahrheit und Wirklichkeit



Wahrheit und Wirklichkeit

So mancher, der über Wahrheit spricht,
sieht all die unterschiedlichen Bilder nicht,
denn jeder schafft sich seine eigene Wirklichkeit
und besteht darauf mit Beharrlichkeit.

Doch wenn Du offen mit anderen sprichst,
und viele sehen Deine Wahrheit so nicht,
dann frag Dich mal, was Deine Wirklichkeit ist
und ob Du nicht hereinfällst auf Deine eigene List.

Denn manchmal spielt Deine Seele ihr eigenes Spiel,
und es gibt Tage, da hält sie von Wahrheit nicht viel.
Sie versucht sich zu schützen und leidet dabei,
und die Wirklichkeit ist gerade mal einerlei.

Wenn dann etwas Zeit vergangen ist,
siehst Du es vielleicht anders, erkennst die List,
denn Deine Seele spielt ihr eigenes Spiel,
Erkenntnis und Wachstum sind ihr einziges Ziel.

© Cornelia G. Becker

Einfach anders

In meinen Schuhen bist Du niemals gelaufen.
Für lange Gespräche fehlte Dir die Zeit.
Wie kannst Du eigentlich glauben,
Du wüsstest über mein Leben bescheid?

Mein Leid hast Du oft nicht gesehen.
Meine Tränen hab ich allein geweint.
Vieles wolltest Du gar nicht verstehen,
und manches hast Du total verneint.

Meine Worte hast Du oft nicht gehört,
meine Ängste meist nicht erkannt.
So Vieles hat Dich an mir gestört.
Da war sehr wenig, was uns verband.

Dein Finger lag schnell in meinen Wunden.
Du hattest gleich die Lösung parat.
So hast Du getrennt - nicht verbunden
und selten mit Kritik gespart.

Verteidigung war oft meine Devise,
Erklärungen für das, was geschah.
Heut lieg ich gelassen auf der Wiese.
Mein Leben war, wie es halt war.

Ein Sinn lag in jedem Ereignis,
das längst schon Vergangenheit ist.
Ich bin dankbar für die Erkenntnis,
dass Du eben einfach anders bist.

© Cornelia G. Becker

Im Angesicht des Todes



Im Angesicht des Todes

Im Angesicht des Todes verändert sich Deine Sicht,
doch Dein tägliches Einerlei stört das nicht.
Vielleicht nur für Augenblicke oder auch Stunden
fühlst Du Dich mit dem Sterbenden verbunden.

Doch der Alltag zieht Dich immer wieder mit.
Für die einen ist das traurig, für die anderen Glück.
Für die wenigsten ändert sich dann das ganze Leben
und wem oder was sie zukünftige Lebenszeit geben.
Bei den meisten kommt schnell der gewohnte Gang,
in Gedanken beim Verstorbenen - von dann und wann.

Ändere Dein Bewusstsein für den Wert der Erdenzeit,
die Chancen für Veränderung stehen immer bereit.
Im Angesicht des Todes wird so manchem bewusst:
Er hat seine Chancen viel zu selten wirklich genutzt.

© Cornelia G. Becker


Glück

Was ist denn nun Glück? Wo kommt es bloß her?
In einer Tour kommt mir die Wirklichkeit quer.
Ich suchte es im Außen und fand es nicht,
ständig blies Sturmwind in mein Gesicht.

Ich versuchte es, als Fels in der Brandung,
redete mit ein, das Leben sei Wandlung.
Kreativ suchte ich Lösungen für mich,
doch so richtig funktionierte das nicht.

Ich flog wie ein Schmetterling und tanzte im Licht.
Das Leiden der Welt interessierte mich nicht.
Doch es fühlte sich an wie "Kopf in den Sand"
mit der Hoffnung, jemand nimmt mich an die Hand.

Ich lebte mein Leben verträumt in meiner eigenen Welt,
angepasst an alles, was irgendeiner für wichtig hält.
Verantwortung übernehmen stand nicht zur Diskussion.
Wer braucht selbstbewusste Menschen denn schon.

Eines Tages kam der Wandel – alles änderte sich.
Was andere meinten, war nicht mehr wichtig für mich.
Ich erkannte, das es Glück niemals im Außen gibt.
Glück ist da, wenn ich mit Herz und Seele lieb.

© Cornelia G. Becker

Begegnungen

Menschen kommen in mein Leben, weil sie eine Aufgabe für mich und für sich selbst zu erfüllen bereit sind.
Sie spiegeln mich, ich projiziere auf sie. Genauso geschieht es umgekehrt.
Beide haben sich bereit erklärt, durch eine Beziehung (als Partner, im Beruf oder als Freund) gemeinsam zu wachsen.
Oder: wenn nicht gemeinsam, dann werden doch wichtige Grundsteine für eine weitere Entwicklung gelegt.
Der andere lebt einen Teil von mir, den ich vielleicht sehr schätze oder vielleicht auch am liebsten gar nicht sehen möchte. Das gilt umgekehrt natürlich auch.
Eine tiefe Freundschaft entsteht vermutlich dann, wenn beide erkennen, wer gerade spiegelt oder projiziert. Wenn beide anerkennen, dass der andere einfach anders ist und seine eigenen Lebensaufgaben hat und so auch seine eigenen Hürden überwinden lernen muss.
Die einen sind dabei etwas schneller, die anderen etwas langsamer.
Für jede Lebensaufgabe kommt irgendwann einmal die Zeit, in der sie wie von selbst gelöst werden kann.

Vermutlich war mein Part in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen folgender:

Meist habe ich meine eigenen Wunden offen und vielleicht zu schnell gezeigt.
Meist konnte ich die "Schwachstellen" des anderen sehr schnell wahrnehmen.
Für meine Lebensaufgaben habe ich die Menschen um mich herum als Hilfe empfunden - als Rettungsnetze - um in meine ganz persönliche Schattenwelt einzutauchen und ein weiteres "dunkles" Teil meines Lebenspuzzles zu integrieren.
Wie selbstverständlich habe ich geglaubt, dass die anderen es genauso machen und meine Hilfe genauso annehmen, wie ich ihre. So hätten wir dann gemeinsam wachsen können.
Doch ich war in meiner Entwicklung für viele andere viel zu schnell.
Und ich brachte oft nicht die Geduld auf. Ich traf Entscheidungen, die andere nicht mehr nachvollziehen konnten und dann oft verurteilten, was sie nicht verstanden.

Wie bei anderen auch, ging und geht es letztendlich um uns selbst und nicht um andere.
Es geht um mich.
Es geht darum, mich "ganz" zu machen, mich zu leben, mich zu geben wie ich bin und sein will.
Es geht darum, meinen ganz persönlichen Lebensweg zu gehen und die Verantwortung für mich zu übernehmen.

Dabei sind einige meiner "Begegnungen" nur von kurzer Dauer gewesen, weil sie ein anderes Tempo hatten und ich nicht genug Geduld, um zu warten. Möglicherweise...

Das Leben ist aber nicht Stillstand und Hinnahme. Das Leben ist nicht nur Akzeptanz und Verständnis.
Das Leben ist Wachstum genauso wie Auflösung und Integration der eigenen Schatten.
Das Leben ist Erkenntnis und Entscheidung.
Das Leben ist Vergebung - für andere und für mich selbst!

Das Leben ist
Dankbarkeit für jeden, der mir geholfen hat, zu werden, was ich heute bin!
Dankbarkeit für jeden, der mir auf meinem weiteren Lebensweg hilft!
Dankbarkeit für jede Lebensaufgabe, die ich bestanden habe!
Dankbarkeit für jeden Augenblick des Glücks, den ich erleben durfte.

© Cornelia G. Becker



Seelenwanderer

Seelenwanderer

Seelenwanderer, wo kommst Du her?
Seelenwanderer, erzähl mir noch mehr!
Du kennst mein Leben, mein Ich.
Du siehst Dinge, die sehe ich nicht.
Du kommst als Freund meiner Seele zu mir.
Du bringst mir Liebe im Jetzt und Hier.
Du zeigst mir all meinen verborgenen Schmerz.
Du kennst die Chance zur Heilung in meinem Herz.
Du erschaffst mit mir eine seltsame Wirklichkeit.
Du hebst dann den Schleier und bringst Ehrlichkeit.
Du zeigst mir, dass Illusion nicht wirklich ist.
Du schenkst mir die Erkenntnis meiner eigenen List.

Wenn alles von dieser einen Liebe getragen ist,
dann kann ich erkennen, welches Geschenk Du bist.
Doch in all diesem Schmerz noch Liebe zu sehen –
Seelenwanderer, sag mir: Wie kann das gehen?
Dann halte ich inne, erkenn Deine Liebe für mich,
und aller Schmerz transformiert in Liebe und Licht.

© Cornelia G. Becker

Dankbarkeit für den Augenblick



Manche Dinge im Leben geschehen so unverhofft,
dass wir liebend gerne an einen Zufall glauben
und dabei vergessen,
dass wir nur bekommen haben,
was wir selbst "inszeniert" haben.

Wir haben aus unserer eigenen Illusion
Wirklichkeit werden lassen.

Ich finde das ausgesprochen faszinierend,
wenn ich die Konsequenz so direkt
präsentiert bekomme und erleben darf.

Da macht sich Dankbarkeit
für diesen Augenblick breit -
völlig unwichtig ist dabei,
ob er als gut oder schlecht interpretiert werden kann.

Er ist immer eine Chance,
die ich zu meiner Erkenntnis
und meinem Wachstum
nutzen kann.

© Cornelia G. Becker

Glaubst Du daran?



Wir werden immer Liebe und Licht sein.
Ob wir daran glauben oder nicht.
Früher oder später kommen wir zurück ins verlorene Paradies.
Denn wir sind alle Engel Gottes.
Wir sind auf dieser Welt, um uns selbst zu erfahren.
Um herauszufinden, wer wir sind und wer wir wieder sein können.
Wir sind Ewigkeit.
Wir kamen aus der Ewigkeit und wir gehen dahin zurück.
Dazwischen ist die Bereitschaft, Erfahrungen zu machen, die uns erkennen lassen, wer wir wirklich sind.
Erfahrungen, die schmerzhaft sind, die auch unglaublich liebevoll sein können.
Erfahrungen von Trauer und Leid, von Hoffnungslosigkeit und Wut.
Erfahrungen von Freude und Glück.
Doch welche Erfahrungen wir auch immer wählen, wir kommen immer zum Einen zurück.
Denn wir sind Engel des Lichts und der Liebe.
Nichts wird das jemals ändern.
Wir können uns zwar entscheiden, es eine Weile vergessen zu wollen. 
Aber wir werden es immer irgendwann wieder finden.
Früher oder später.

© Cornelia G. Becker

Andere



Die Menschen in Deinem Umfeld
sind die stillen oder lauten Helfer
auf Deinem Weg zu Dir selbst.

Danke für all die Menschen,
die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben
und mir auf sehr unterschiedliche Weise geholfen haben,
zu werden, was ich heute bin.

Zwar waren nicht alle freundlich,
aber ich bin mir sicher,
dass sie mir etwas zeigen wollten,
was ich vielleicht lernen sollte.
Danke auch dafür.

Seltsam mag es vielleicht klingen,
wenn ich danke sage,
für die Menschen, die mir weggetan haben.
Als ich es erkennen konnte,
waren sie diejenigen,
die mich am meisten wachsen ließen.
Danke auch dafür.

© Cornelia G. Becker

Das Licht in mir



Ich bin nur ein kleines Menschenkind.
Meine Zeit auf Erden vergeht geschwind.

Als ich auf diese Welt kam, vergaß ich wer ich bin.
Solang ich hier bin, such ich verlorenen Lebenssinn.
Dabei weiß ich tief in meinem Herzen drin,
dass ich ein leuchtender Lichtstrahl bin.

Ich weiß genau, dass mich die Liebe hält,
auch wenn im Leben mal alles zerfällt.
Ich weiß, dass mich nichts wirklich verletzt,
auch wenn mich manches Gefühl mal hetzt.

Ich weiß, dass ich richtig bin, so wie ich bin,
und jede Begegnung bringt mich mehr dahin,
dass ich mich erinnere, an das Licht tief in mir,
das sich nur selbst erfahren will im Jetzt und Hier.

© Cornelia G. Becker



Liebst Du Dich?


Weil Deine „Liebe“ mir weh getan hat, habe ich lieber ganz darauf verzichtet und mich selbst lieblos behandelt.
Solange, bis ich glaubte, nicht mehr liebenswert zu sein, wenn ich bin wie ich bin.

Weil Deine „Liebe“ mich einsperrte, habe ich mich als Gefangene im eigenen Käfig gefühlt. Ich habe es mir wohnlich gemacht und die Tür von innen zugehalten.
Solange, bis ich die Einsamkeit nicht mehr ertragen konnte, die einfacher zu leben war, als zu erkennen, dass ich frei wie ein Vogel fliegen könnte.

Weil Deine „Liebe“ mir die letzte Hoffnung geraubt hat, habe ich mich selbst aufgegeben und fast meine Identität verloren.
Solange, bis ich nicht mehr wusste, wer ich selbst bin, nur um Dir nicht sagen zu müssen, wie weh Du mir jeden Tag tust. Nur um keine Entscheidungen treffen zu müssen, die sich allein mit meiner Liebe zu mir beschäftigt hätten.

So habe ich langsam und schleichend immer mehr die Kontrolle über mein Leben abgegeben und mich von Deiner „Liebe“ zu mir bestimmen lassen.

Weil ich glaubte, dass ich von außen bekommen werde, was ich mir so sehr wünschte:
Geliebt zu werden, wie ich bin.

Mit den Jahren entstand mein ganz persönliches Gefängnis.
Doch der Wille, die selbstgebauten Mauern zu durchbrechen, die eigenen Ketten zu sprengen und endlich zu leben, zu lieben und frei zu sein, war stärker.

Es ist ein langer Weg zum Erkennen und zur Vergebung.
Ein Weg, den ich jeden Tag neu definiere, neu von Dornenhecken und Unkraut befreie.
Ein Weg, auf dem ich jeden Tag wieder Hürden überwinden und Entscheidungen treffe.

Ein Weg zu mir selbst.

© Cornelia G. Becker

Danksagung an...


Danke liebes Selbst:

…     dass Du mir immer wieder hilfst  aus schwierigen Situationen (mehr oder weniger) unbeschadet herauszukommen.
…     dass Du mir immer wieder hilfst  nicht beleidigend zu sein, zu Menschen, die mich beleidigen.
…     dass Du mir immer wieder hilfst nicht mit den Waffen zu schlagen, mit denen ich schon geschlagen wurde.
…     dass Du mir immer wieder die Weisheit gibst zu erkennen, dass Situationen ganz anders sein können, als sie sich gerade darstellen.
…     dass Du mir immer wieder die Möglichkeit gibst, diese Situationen zu hinterfragen.
…     dass Du mir immer wieder die Kraft gibst, Entscheidungen zu treffen, Dinge zu ändern und neue Wege zu gehen.
…     dass Du mich immer wieder neu daran erinnerst, wer ich bin und wer ich sein möchte.

…     dass Du mir immer wieder mit neuen Aufgaben und kleinen Hürden hilfst, Dich – liebes Selbst – zum Ausdruck zu bringen.

Ich liebe Dich, weil Du bist, wie Du bist.

© Cornelia G. Becker