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Wahrheit und Wirklichkeit



Wahrheit und Wirklichkeit

So mancher, der über Wahrheit spricht,
sieht all die unterschiedlichen Bilder nicht,
denn jeder schafft sich seine eigene Wirklichkeit
und besteht darauf mit Beharrlichkeit.

Doch wenn Du offen mit anderen sprichst,
und viele sehen Deine Wahrheit so nicht,
dann frag Dich mal, was Deine Wirklichkeit ist
und ob Du nicht hereinfällst auf Deine eigene List.

Denn manchmal spielt Deine Seele ihr eigenes Spiel,
und es gibt Tage, da hält sie von Wahrheit nicht viel.
Sie versucht sich zu schützen und leidet dabei,
und die Wirklichkeit ist gerade mal einerlei.

Wenn dann etwas Zeit vergangen ist,
siehst Du es vielleicht anders, erkennst die List,
denn Deine Seele spielt ihr eigenes Spiel,
Erkenntnis und Wachstum sind ihr einziges Ziel.

© Cornelia G. Becker

Dankbarkeit



Du warst ein Spiegel für mich, den ich nicht verstand.
Erst später begriff ich, was uns wirklich verband.
In Deinem Handeln erkenn ich heute auch mich
und komme ständig etwas näher zu meinem Ich.

So traurig es ist, ich bin sogar gewachsen daran.
Ich habe herausgefunden, was ich wirklich kann.
Was bleibt ist tiefe Dankbarkeit für diese Zeit,
denn ohne Dich wäre ich heut nicht so weit.

Du hast mir geholfen, die Mauern zu sprengen,
nicht mehr vor Gespenstern davon zu rennen.
Du hast mir geholfen, neue Wege zu gehn,
und endlich klar und deutlich zu mir zu stehn.

War ich auch mit meinem Schmerz ganz allein,
so kam doch tiefe Liebe in mein Herz hinein.
Die Stille hat so viele meiner Wunden geheilt.
Was bleibt ist eine tiefempfundene Dankbarkeit.

© Cornelia G. Becker

Begegnungen

Menschen kommen in mein Leben, weil sie eine Aufgabe für mich und für sich selbst zu erfüllen bereit sind.
Sie spiegeln mich, ich projiziere auf sie. Genauso geschieht es umgekehrt.
Beide haben sich bereit erklärt, durch eine Beziehung (als Partner, im Beruf oder als Freund) gemeinsam zu wachsen.
Oder: wenn nicht gemeinsam, dann werden doch wichtige Grundsteine für eine weitere Entwicklung gelegt.
Der andere lebt einen Teil von mir, den ich vielleicht sehr schätze oder vielleicht auch am liebsten gar nicht sehen möchte. Das gilt umgekehrt natürlich auch.
Eine tiefe Freundschaft entsteht vermutlich dann, wenn beide erkennen, wer gerade spiegelt oder projiziert. Wenn beide anerkennen, dass der andere einfach anders ist und seine eigenen Lebensaufgaben hat und so auch seine eigenen Hürden überwinden lernen muss.
Die einen sind dabei etwas schneller, die anderen etwas langsamer.
Für jede Lebensaufgabe kommt irgendwann einmal die Zeit, in der sie wie von selbst gelöst werden kann.

Vermutlich war mein Part in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen folgender:

Meist habe ich meine eigenen Wunden offen und vielleicht zu schnell gezeigt.
Meist konnte ich die "Schwachstellen" des anderen sehr schnell wahrnehmen.
Für meine Lebensaufgaben habe ich die Menschen um mich herum als Hilfe empfunden - als Rettungsnetze - um in meine ganz persönliche Schattenwelt einzutauchen und ein weiteres "dunkles" Teil meines Lebenspuzzles zu integrieren.
Wie selbstverständlich habe ich geglaubt, dass die anderen es genauso machen und meine Hilfe genauso annehmen, wie ich ihre. So hätten wir dann gemeinsam wachsen können.
Doch ich war in meiner Entwicklung für viele andere viel zu schnell.
Und ich brachte oft nicht die Geduld auf. Ich traf Entscheidungen, die andere nicht mehr nachvollziehen konnten und dann oft verurteilten, was sie nicht verstanden.

Wie bei anderen auch, ging und geht es letztendlich um uns selbst und nicht um andere.
Es geht um mich.
Es geht darum, mich "ganz" zu machen, mich zu leben, mich zu geben wie ich bin und sein will.
Es geht darum, meinen ganz persönlichen Lebensweg zu gehen und die Verantwortung für mich zu übernehmen.

Dabei sind einige meiner "Begegnungen" nur von kurzer Dauer gewesen, weil sie ein anderes Tempo hatten und ich nicht genug Geduld, um zu warten. Möglicherweise...

Das Leben ist aber nicht Stillstand und Hinnahme. Das Leben ist nicht nur Akzeptanz und Verständnis.
Das Leben ist Wachstum genauso wie Auflösung und Integration der eigenen Schatten.
Das Leben ist Erkenntnis und Entscheidung.
Das Leben ist Vergebung - für andere und für mich selbst!

Das Leben ist
Dankbarkeit für jeden, der mir geholfen hat, zu werden, was ich heute bin!
Dankbarkeit für jeden, der mir auf meinem weiteren Lebensweg hilft!
Dankbarkeit für jede Lebensaufgabe, die ich bestanden habe!
Dankbarkeit für jeden Augenblick des Glücks, den ich erleben durfte.

© Cornelia G. Becker



Verantwortung Teil 3


Unsere Angst vor unserer möglichen Schuld
lässt uns unsere Verantwortung verleugnen.
Wir trauen uns nicht, uns ihr zu stellen.

Würden wir Verantwortung übernehmen,
wäre auch ein Scheitern möglich.
Dann würde vielleicht ein anderer
uns die Schuld geben.

Also lieber mit dem Strom schwimmen,
als sich abheben.
So fällt man nicht auf,
zieht keinen Neid
keine Eifersucht
und keinen Zorn auf sich.

Das ist zwar vermeintlich einfacher,
dient aber unserem Wachstum
überhaupt nicht.

© Cornelia G. Becker

Dankbarkeit für den Augenblick



Manche Dinge im Leben geschehen so unverhofft,
dass wir liebend gerne an einen Zufall glauben
und dabei vergessen,
dass wir nur bekommen haben,
was wir selbst "inszeniert" haben.

Wir haben aus unserer eigenen Illusion
Wirklichkeit werden lassen.

Ich finde das ausgesprochen faszinierend,
wenn ich die Konsequenz so direkt
präsentiert bekomme und erleben darf.

Da macht sich Dankbarkeit
für diesen Augenblick breit -
völlig unwichtig ist dabei,
ob er als gut oder schlecht interpretiert werden kann.

Er ist immer eine Chance,
die ich zu meiner Erkenntnis
und meinem Wachstum
nutzen kann.

© Cornelia G. Becker

All-ein


Wenn Du Dich einsam und verlassen fühlst
und meinst, dass Dich keiner wirklich sieht,
dann denk darüber nach, wer Du wirklich bist
und welches Glück diese Stille für Dich ist.
So spürst Du ganz tief in Dich hinein
und findest heraus: Wir sind niemals allein.

© Cornelia G. Becker