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Ent-täuschung


Wie kannst Du mich enttäuschen? - sprich...
Du erfüllst doch nur meine Erwartungen nicht.
Ich habe Dir eine schöne Rolle zugedacht,
und Du hast einfach etwas anderes gemacht.

Ich hatte einen geheimen Plan für Dich,
doch diesem folgtest Du einfach nicht.
Du lebtest in Deiner eigenen kleinen Welt,
es spielt keine Rolle, ob mir diese gefällt.

Was immer Du da so tust oder so machst,
ich hatte mir irgendwie etwas anderes gedacht.
Nun steh ich vor Dir und verstehe Dich nicht
und Traurigkeit spiegelt sich in meinem Gesicht.

Doch ehrlich: Welche Bedürfnisse hatte ich?
Ging es dabei tatsächlich um uns und um Dich?
Wir sind ein Stück Weg gemeinsam gegangen
und waren in der eigenen Geschichte gefangen.

Als dann der Traum an der Realität zerbricht,
sich Ent-täuschung zeigt in unserem Gesicht,
da wurden mir auch die eigenen Illusionen klar
und was für eine Ent-täuschung das wirklich war.

© Cornelia G. Becker

Liebe zerstört nicht, Liebe versteht

Wir haben uns gegenseitig verletzt, erpresst und manipuliert.
Es war uns nicht klar, dass dabei jeder irgendwann verliert.
Wie trotzige Kinder haben wir auf unserem Standpunkt beharrt.
Unsere Herzen sind dabei im Schmerz und im Leid erstarrt.

Die Verletzungen und die traurige Vergangenheit
standen mit kreisenden Schwertern für uns bereit.
Sie zerschnitten das Band, dass die Liebe geknüpft.
Das brachte uns schmerzhaft in die Realität zurück.

Wir haben uns auf einmal selbst im anderen erkannt.
Die Liebe hatte unsere Schmerzen nur kurz verbannt.
Doch die Wunden heilen in der Verbannung nicht.
Was dann noch bleibt, ist ein trauriges Herz, das bricht.

So gab es keine Heilung – weder für Dich noch für mich.
Mit emotionaler Manipulation heilt man sich ja nicht.
Wir waren schlechte Eltern für unsere verletzten Kinder.
Irgendwann standen wir da, wie Eissäulen im Winter.

Hätten wir versucht, den anderen wirklich zu verstehen,
wäre es möglich gewesen, andere Wege zu gehen.
Wir hätten unsere Schmerzen gemeinsam besiegt
und erkannt, wie sehr doch jeder den anderen liebt.
© Cornelia G. Becker 



Fragen über Fragen

Wer bist Du?, fragte ich Dich, als ich Dich zum ersten Mal sah?
Wieso kenne ich Dich schon solange? Wieso bist Du mir so nah?
Wir waren so offen für eine Zukunft, ein gemeinsames Leben.
Wir wollten uns täglich, immer und ewig alles in Liebe geben.

Was hat uns verändert? Was hat uns so auseinander gebracht?
Warum haben wir unsere Herzenstür auf einmal zugemacht?
Welche eigenen Verletzungen spiegelten sich im Anderen wider?
Welcher Schmerz saß da tief im Herzen und in den Gliedern?

Wann haben wir aufgehört, offen und ehrlich miteinander zu sein?
Warum waren unsere Gefühle nicht mehr im Anderen daheim?
Wann haben wir mit dem großen Schweigen eigentlich angefangen?
Welche faulen Kompromisse sind wir in all den Monaten eingegangen?

Warum konnten wir nicht mehr ehrlich über unsere Sorgen reden?
Warum haben wir aufgehört, uns selbst liebevoll hinzugeben?
Warum haben wir uns verletzt und unsere Ängste verschwiegen?
Wo ist diese Nähe und dieses Verständnis vom Anfang geblieben?

Wann hast Du angefangen, Dich selbst hinter Mauern zu verstecken?
Wann hast Du begonnen, Deine tiefsten Wunden heimlich zu lecken?
Wann hat Dich dieses Schuldgefühl und der Zweifel aufgefressen?
Wann hast Du angefangen, das versprochene Wir völlig zu vergessen?

Wer warst Du, als wir uns damals zum ersten Mal begegnet sind?
Wann hast Du es verloren, dieses staunende, abenteuerlustige Kind?
Wann sind Deine Träume und Wünsche ohne mich davongeflogen?
Warum hast Du uns um dieses mögliche Paradies auf Erden betrogen?


© Cornelia G. Becker