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Ent-täuschung


Wie kannst Du mich enttäuschen? - sprich...
Du erfüllst doch nur meine Erwartungen nicht.
Ich habe Dir eine schöne Rolle zugedacht,
und Du hast einfach etwas anderes gemacht.

Ich hatte einen geheimen Plan für Dich,
doch diesem folgtest Du einfach nicht.
Du lebtest in Deiner eigenen kleinen Welt,
es spielt keine Rolle, ob mir diese gefällt.

Was immer Du da so tust oder so machst,
ich hatte mir irgendwie etwas anderes gedacht.
Nun steh ich vor Dir und verstehe Dich nicht
und Traurigkeit spiegelt sich in meinem Gesicht.

Doch ehrlich: Welche Bedürfnisse hatte ich?
Ging es dabei tatsächlich um uns und um Dich?
Wir sind ein Stück Weg gemeinsam gegangen
und waren in der eigenen Geschichte gefangen.

Als dann der Traum an der Realität zerbricht,
sich Ent-täuschung zeigt in unserem Gesicht,
da wurden mir auch die eigenen Illusionen klar
und was für eine Ent-täuschung das wirklich war.

© Cornelia G. Becker

Leben leben


Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu leben.
Viel zu oft verhalten wir uns wie Marionetten in unserem eigenen Theaterstück.
Wir funktionieren wie es andere von uns erwarten.
Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass alles zusammenbricht, wenn wir etwas verändern würden.
Dabei ist es unsere Angst, die uns daran hindert, eine "lebenswichtige" Entscheidung zu treffen.

Doch das Leben lässt sich nicht einfach blockieren.
Es wird uns immer wieder mit unterschiedlicher Deutlichkeit zeigen, dass wir uns selbst im Käfig gefangen halten.
Es wird uns solange damit konfrontieren, bis wir genug haben und dann zu Veränderungen in der Lage sind, die wir über all die Jahre nicht für möglich gehalten haben.
Erstaunt stellen wir dann vielleicht fest, dass nichts zerbricht. Wir stellen fest, dass die neu gewonnene Freiheit wirklich befreiend ist.
Plötzlich fragen wir uns, warum wir das solange mitgemacht haben.
Was musste alles geschehen?
Wir wussten doch längst, dass es so nicht weitergehen konnte.

Entscheidungen treffen bedeutet immer auch die Angst zu überwinden.
Angst davor, einen falschen Weg gewählt zu haben.
Angst davor, sich zu blamieren.
Angst davor, noch mehr Zeit zu verschwenden.
Angst davor, alles zu verlieren.

Wenn wir uns dieser Angst hingeben, dann wird das Leben an uns vorbei leben.
Dann träumen wir einen Traum vom Leben und ergeben uns unseren Illusionen darüber.
Dann glauben wir vielleicht noch, dass wir es anders gar nicht können, weil wir klein und schwach sind.
Irgendwann sitzen wir da, voller Trauer, um unser nicht gelebtes Leben.

Bei solchen Gedanken fällt mir immer wieder die Geschichte von der Frau ein, die ihr Leben lang ans Meer wollte. Am Ende ihres Lebens stellte sie - auf einem Berg sitzend - fest, dass alle Wege zum Meer geführt hätten. Doch sie war keinen einzigen bis zum Ende gegangen.

Vielleicht führen Dich all Deine Weg zum Ziel.
Zu dem Ziel, dass Du für Dein Leben erreichen willst.
Dafür kannst Du etwas tun.

Geh den ersten Schritt und gibt nicht auf, wenn es mal schwierig wird.

Denn möglicherweise wartet hinter der Dornenhecke das Paradies Deines Lebens.

© Cornelia G. Becker