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Bedürfnisse

Du redest über Deine Bedürfnisse lieber nicht.
Du glaubst, der andere liest es in Deinem Gesicht.
Jetzt denkst Du, der andere interpretiert Dich richtig.
Du sagst einfach nichts - doch das wäre so wichtig.

Wenn es dann nicht mehr weiter geht,
ist es oft schnell für Worte zu spät.
Er hat ja Deine Erwartungen so gar nicht erfüllt
und auch Deine Bedürfnisse nicht wirklich gestillt.

Jetzt ist er schuld, weil er Dich überhaupt nicht versteht,
weil seine Interpretation in eine andere Richtung geht.
Du machst es Dir leicht und wunderst Dich noch,
dabei erdrückt Dich gerade Dein eigenes Joch.

Du bist nur zu feige zu sagen, was Du willst.
Du hoffst, dass der andere Dein Verlangen stillt.
So überträgst Du Verantwortung, stehst nicht zu Dir,
doch der andere kann eigentlich gar nichts dafür.

Sag was Du willst! Was kannst Du verlieren?
Dein Leben wirst Du schon nicht riskieren.
Aber ein ehrliches Wort zur rechten Zeit,
hat schon so manchen vom Kummer befreit.

© Cornelia G. Becker


Ent-täuschung


Wie kannst Du mich enttäuschen? - sprich...
Du erfüllst doch nur meine Erwartungen nicht.
Ich habe Dir eine schöne Rolle zugedacht,
und Du hast einfach etwas anderes gemacht.

Ich hatte einen geheimen Plan für Dich,
doch diesem folgtest Du einfach nicht.
Du lebtest in Deiner eigenen kleinen Welt,
es spielt keine Rolle, ob mir diese gefällt.

Was immer Du da so tust oder so machst,
ich hatte mir irgendwie etwas anderes gedacht.
Nun steh ich vor Dir und verstehe Dich nicht
und Traurigkeit spiegelt sich in meinem Gesicht.

Doch ehrlich: Welche Bedürfnisse hatte ich?
Ging es dabei tatsächlich um uns und um Dich?
Wir sind ein Stück Weg gemeinsam gegangen
und waren in der eigenen Geschichte gefangen.

Als dann der Traum an der Realität zerbricht,
sich Ent-täuschung zeigt in unserem Gesicht,
da wurden mir auch die eigenen Illusionen klar
und was für eine Ent-täuschung das wirklich war.

© Cornelia G. Becker