Aus "Liebe"

Was wir Menschen so alles aus "Liebe" machen,
darüber könnte man eigentlich nur noch lachen.

Aus "Liebe" werden so viele Kriege geführt.
Was ist das für eine Liebe, die man da spürt?

Aus "Liebe" werden so viele Menschen getötet.
Da wäre sogar die Liebe vor Scham errötet.

Aus "Liebe" wird tyrannisiert und ständig gerichtet.
Wir sind ja aus "Liebe" dazu verpflichtet.

Aus "Liebe" nehmen wir, was uns nicht gehört.
Wir haben dabei schon so Vieles zerstört.

Aus "Liebe" geschieht Schreckliches im Leben.
Kann es Liebe unter Menschen überhaupt geben?

© Cornelia G. Becker

Liebe zerstört nicht, Liebe versteht

Wir haben uns gegenseitig verletzt, erpresst und manipuliert.
Es war uns nicht klar, dass dabei jeder irgendwann verliert.
Wie trotzige Kinder haben wir auf unserem Standpunkt beharrt.
Unsere Herzen sind dabei im Schmerz und im Leid erstarrt.

Die Verletzungen und die traurige Vergangenheit
standen mit kreisenden Schwertern für uns bereit.
Sie zerschnitten das Band, dass die Liebe geknüpft.
Das brachte uns schmerzhaft in die Realität zurück.

Wir haben uns auf einmal selbst im anderen erkannt.
Die Liebe hatte unsere Schmerzen nur kurz verbannt.
Doch die Wunden heilen in der Verbannung nicht.
Was dann noch bleibt, ist ein trauriges Herz, das bricht.

So gab es keine Heilung – weder für Dich noch für mich.
Mit emotionaler Manipulation heilt man sich ja nicht.
Wir waren schlechte Eltern für unsere verletzten Kinder.
Irgendwann standen wir da, wie Eissäulen im Winter.

Hätten wir versucht, den anderen wirklich zu verstehen,
wäre es möglich gewesen, andere Wege zu gehen.
Wir hätten unsere Schmerzen gemeinsam besiegt
und erkannt, wie sehr doch jeder den anderen liebt.
© Cornelia G. Becker 



Kontrolle und Manipulation

Mit Kontrolle verbirgst Du nur Deine Angst.
Du manipulierst – glaubst, dass Du es nicht kannst.
Du schweigst still und leidest für Dich,
und darüber reden, dass willst Du nicht.

Du kontrollierst und manipulierst, weil Dir Vertrauen fehlt.
Du sprichst nicht, weil Du ja stark bist und es alleine geht.
Was Du dabei ganz sicherlich übersiehst,
ist Dein Partner, der Dich wirklich liebt.

Mit der Zeit versteckst Du Dich immer mehr.
Jede kleinste Frage kommt Dir irgendwie quer.
So kontrollierst und manipulierst Du auch Dich,
bis der andere geht und die Liebe zerbricht.

Sag doch ein Wort - es befreit auch Dich.
Sprich an, was Dich quält, versteckt Dich nicht.
Vielleicht tut es gut, wenn Du die Kontrolle kurz verlierst,
weil Du dann die Angst und den Schmerz endlich spürst.

© Cornelia G. Becker

Verletztes Ich

Wir stellen Regeln auf, um uns vor weiteren Verletzungen zu schützen.
Wir glauben, wir könnten uns ganz fest darauf stützen.

Doch unsere Forderungen sind die Mauern um unser Herz.
Sie sperren uns ein in unserem eigenen Schmerz.

Heilung finden wir auf diese Weise ganz sicher nicht.
Wir bauen nur hohe Barrieren um unser verletztes Ich.

© Cornelia G. Becker

Glück

Was ist denn nun Glück? Wo kommt es bloß her?
In einer Tour kommt mir die Wirklichkeit quer.
Ich suchte es im Außen und fand es nicht,
ständig blies Sturmwind in mein Gesicht.

Ich versuchte es, als Fels in der Brandung,
redete mit ein, das Leben sei Wandlung.
Kreativ suchte ich Lösungen für mich,
doch so richtig funktionierte das nicht.

Ich flog wie ein Schmetterling und tanzte im Licht.
Das Leiden der Welt interessierte mich nicht.
Doch es fühlte sich an wie "Kopf in den Sand"
mit der Hoffnung, jemand nimmt mich an die Hand.

Ich lebte mein Leben verträumt in meiner eigenen Welt,
angepasst an alles, was irgendeiner für wichtig hält.
Verantwortung übernehmen stand nicht zur Diskussion.
Wer braucht selbstbewusste Menschen denn schon.

Eines Tages kam der Wandel – alles änderte sich.
Was andere meinten, war nicht mehr wichtig für mich.
Ich erkannte, das es Glück niemals im Außen gibt.
Glück ist da, wenn ich mit Herz und Seele lieb.

© Cornelia G. Becker

Geratter im Kopf

Du sagst einen Satz, der andere denkt irgendwas.
Du spürst instinktiv: "Das war wohl kein Spaß?"
Er zieht sich zurück und spricht nicht mehr.
Dein lustiger Satz kam ihm heute quer.

Schnell beginnt dieses Geratter in Deinem Kopf.
Du hast etwas falsch gemacht, Du armer Tropf.
Der Fehler liegt ganz eindeutig alleine bei Dir.
Der andere kann ja so gar nichts dafür.

Hättest Du Deine Worte nur vorsichtiger gewählt,
dann hättest Du Dein Gegenüber nicht so gequält.

Dieses Geratter wird mit jeder Minute mehr.
Plötzlich schämst Du Dich Deiner Worte sehr.
Wie ist das bloß passiert, das fragst Du Dich.
Seine Reaktion gefällt Dir irgendwie nicht.

Du wirst immer kleiner und gemeiner zu Dir.
Du hinterfragst nicht mehr: "Was kann ich dafür?"
Rasend schnell dreht sich die Spirale nach unten.
Du hörst Stimmen, es öffnen sich alte Wunden.

Du fühlst Dich mit jedem Augenblick schlechter.
Du bewunderst den anderen, der ist viel gerechter.

Er hat Dich nicht verletzt, hat anders reagiert.
Jetzt bist Du ganz allein und total blamiert.
Hast Du schon einmal darüber nachgedacht,
was dieser Satz gerade mit dem anderen macht?

Vielleicht hat seine Reaktion nichts mit Dir zu tun.
Du könntest also auch gelassen in Dir selber ruhn.
Möglicherweise hat der andere heute ein Problem
und findet seine Welt gerade überhaupt nicht so schön.

Er projiziert seine Gefühle irgendwie auf Dich,
und Du merkst nur den feinen Unterschied nicht.

© Cornelia G. Becker

Begegnungen

Menschen kommen in mein Leben, weil sie eine Aufgabe für mich und für sich selbst zu erfüllen bereit sind.
Sie spiegeln mich, ich projiziere auf sie. Genauso geschieht es umgekehrt.
Beide haben sich bereit erklärt, durch eine Beziehung (als Partner, im Beruf oder als Freund) gemeinsam zu wachsen.
Oder: wenn nicht gemeinsam, dann werden doch wichtige Grundsteine für eine weitere Entwicklung gelegt.
Der andere lebt einen Teil von mir, den ich vielleicht sehr schätze oder vielleicht auch am liebsten gar nicht sehen möchte. Das gilt umgekehrt natürlich auch.
Eine tiefe Freundschaft entsteht vermutlich dann, wenn beide erkennen, wer gerade spiegelt oder projiziert. Wenn beide anerkennen, dass der andere einfach anders ist und seine eigenen Lebensaufgaben hat und so auch seine eigenen Hürden überwinden lernen muss.
Die einen sind dabei etwas schneller, die anderen etwas langsamer.
Für jede Lebensaufgabe kommt irgendwann einmal die Zeit, in der sie wie von selbst gelöst werden kann.

Vermutlich war mein Part in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen folgender:

Meist habe ich meine eigenen Wunden offen und vielleicht zu schnell gezeigt.
Meist konnte ich die "Schwachstellen" des anderen sehr schnell wahrnehmen.
Für meine Lebensaufgaben habe ich die Menschen um mich herum als Hilfe empfunden - als Rettungsnetze - um in meine ganz persönliche Schattenwelt einzutauchen und ein weiteres "dunkles" Teil meines Lebenspuzzles zu integrieren.
Wie selbstverständlich habe ich geglaubt, dass die anderen es genauso machen und meine Hilfe genauso annehmen, wie ich ihre. So hätten wir dann gemeinsam wachsen können.
Doch ich war in meiner Entwicklung für viele andere viel zu schnell.
Und ich brachte oft nicht die Geduld auf. Ich traf Entscheidungen, die andere nicht mehr nachvollziehen konnten und dann oft verurteilten, was sie nicht verstanden.

Wie bei anderen auch, ging und geht es letztendlich um uns selbst und nicht um andere.
Es geht um mich.
Es geht darum, mich "ganz" zu machen, mich zu leben, mich zu geben wie ich bin und sein will.
Es geht darum, meinen ganz persönlichen Lebensweg zu gehen und die Verantwortung für mich zu übernehmen.

Dabei sind einige meiner "Begegnungen" nur von kurzer Dauer gewesen, weil sie ein anderes Tempo hatten und ich nicht genug Geduld, um zu warten. Möglicherweise...

Das Leben ist aber nicht Stillstand und Hinnahme. Das Leben ist nicht nur Akzeptanz und Verständnis.
Das Leben ist Wachstum genauso wie Auflösung und Integration der eigenen Schatten.
Das Leben ist Erkenntnis und Entscheidung.
Das Leben ist Vergebung - für andere und für mich selbst!

Das Leben ist
Dankbarkeit für jeden, der mir geholfen hat, zu werden, was ich heute bin!
Dankbarkeit für jeden, der mir auf meinem weiteren Lebensweg hilft!
Dankbarkeit für jede Lebensaufgabe, die ich bestanden habe!
Dankbarkeit für jeden Augenblick des Glücks, den ich erleben durfte.

© Cornelia G. Becker



Die Verantwortung für meine Gesundheit liegt bei mir

Seit mehreren Jahren habe ich mir nun beim Radfahren medizinische Vorträge - aus unterschiedlichen Fachgebieten und aus unterschiedlichen Bereichen (Studien oder ähnliche Kanäle) - angehört.
Das ist eine sehr spannende Erfahrung.

Was ich dabei herausgefunden habe:

  • Es gibt immer mehr spezifische Gruppierungen, die immer mehr Fachwissen anhäufen.
  • Es gibt immer mehr Einteilungen in Symptom-Kategorien und Krankenheiten erhalten ihre Namen, damit man sie besser behandeln kann.
  • Es gibt Aussagen und Statistiken über einzelne Krankheiten und welche Folgen sie voraussichtlich haben werden.
  • Es gibt immer mehr Medikamente und Operationsmöglichkeiten und die Menschen werden wohl immer älter.
  • Es gibt eine unglaubliche Flut von Informationen, die der Fachmann schon nicht komplett kennen kann und der Laie oft nicht versteht.

Das ist zumindest ein Auszug meines Fazits aus den vielen Beiträgen.

Was mich sehr nachdenklich stimmt:

  • Jeder Menschen ist ein Individuum, ein Unikat sozusagen. Für jeden einzelnen Menschen ergeben sich an unterschiedlichen Tagen sehr unterschiedliche Befindlichkeiten, die sich genauso unterschiedlich auf die Krankheitssymptome auswirken. D.h. an zwei Tagen kann ich das Gleiche essen, das Gleiche trinken und alles zur gleichen Zeit wie am Tag davor und trotzdem unterschiedet sich der 1. vom 2. Tag.
  • Je mehr Fachwissen angehäuft wird, desto starrer sind die eingefahrenen Bahnen. Meint:
    Die einen glauben, dass Ernährung die alleinige Ursache für die Krankheiten des Menschen ist. Die anderen sind davon überzeugt, dass die Seele die größte Rolle spielt. Wieder andere denken, dass unsere Wohlstandsgesellschaft und die damit verbundene Bequemlichkeit Schuld hat.
  • Der Profit und die Rentabilität spielen eine herausragende Rolle in der "humanen" Medizin. Das Interesse der Pharmaindustrie, der Krankenhäuser, der Ärzte und Therapeuten ist scheinbar größer, wenn es um die eigene Existenz geht. Das Geschäft mit der "Gesundheit" scheint in sehr lukratives zu sein. Stellt sich die Frage nach dem Eid, den sie alle leisten müssen???
  • Je fachspezifischer die Medizin geworden ist, desto weniger wird der "gesamte" Mensch – Körper, Geist und Seele – als Einheit gesehen.
  • Und was wirklich erschreckend ist:
    Die meisten dieser Kapazitäten sind so von sich überzeugt, dass sie nicht einmal in Betracht ziehen, dass sie von der Mehrheit der Funktionen unseres Körper-Universums überhaupt keine Ahnung haben.


"Götter" in weiß, die glauben, sie wüssten alles... "Narzisten" in Positionen, die so viel Verantwortung übernehmen und bei all diesen Unmengen von Informationen genau wissen, was sie da tun.
Zu allem Überfluss scheint es immer mehr Patienten zu geben, die es mit dem Hinterfragen nicht so eng sehen und diesen "weißen Kitteln" mehr vertrauen entgegenbringen als es umgekehrt der Fall ist.
Wenn es dann zu Diskussionen kommt, ist der Arzt auf jeden Fall der "Wissende" und der Patient belügt sich vermutlich selbst und wird dann schnell in die Schublade "SP" (schwieriger Patient) eingestuft.
Selbstdenkende Menschen, die hinterfragen und wissen wollen, sind heutzutage nicht gewünscht und kosten Zeit. Außerdem sind sie eine Herausforderung. Denn es könnte vorkommen, dass sie so informiert sind, dass der Arzt möglicherweise in die Position kommen könnte, dass er zugeben muss, dass er sich auf diesem Gebiet gar nicht so gut auskennt.

Das soll keine Hetzkampagne gegen Ärzte sein – vielmehr Ausdruck der Hoffnung, dass Patienten wieder mehr bereit sein könnten, sich ihrer Eigenverantwortung bewusst zu werden.
Denn der Arzt muss ihre Schmerzen nicht erleiden. Er muss sich auch nicht operieren lassen. Er stirbt auch nicht an der Krankheit.

Von den verschriebenen Medikamenten möchte ich hier gar nicht erst anfangen, sonst gibt das ein Endlosartikel, den keiner mehr lesen will, weil er ohnehin schon weiß, was drin stehen würde.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich etwas zur Nachdenklichkeit beitragen konnte.

© Cornelia G. Becker